Am 23.03.2025 um 14 Uhr trafen sich über 20 Naturinteressierte am Eingang des Botanischen Volksparkes Pankow.
Dietmar Schmidt, Diplomgeograf und Heilpraktiker eröffnete die Führung mit dem Osterspaziergang von J. W. von Goethe und einer kurzen Vorstellung des politischen Programms der Basisdemokratischen Partei Deutschlands.
Nach einem Toilettenbesuch ging es zu den ersten drei Frühblühern, die direkt auf der Wiese an den Gewächshäusern zusammenstanden: Veilchen, Gänseblümchen und dem Lerchensporn. Bei vielen vorgestellten Pflanzen wurde ein möglichst integratives Bild ihres Daseins darzustellen versucht: Botanik, Standort, Pflanzenheilkunde, Homöopathie, Eßbar- und Giftigkeit und Brauchtum.
Nach den Christrosen, dem Wacholder und dem persischen Eichenholzbaum standen alle vor dem Damwildgatter des Forstamtes Pankow. Dort konnten die Teilnehmer durch die Vorarbeit der Teilnehmerin Anne Schmidt Bärlauchpesto auf Filinchen probieren. Es wurde reichlich zugegriffen und machte die Teilnehmer neugierig auf das Sammeln des Lauches zum Schluss.

Am Nordausgang des Parkes wurde auf die Rieselfeldproblematik eingegangen, da die Anlage auf ehemaligen Rieselfeldern angelegt wurde. Schließlich folgten Weide und Hasel. Der Haselstrauch als eine wärmeliebende Pflanze steht sinnbildlich für die Warmzeit, in der wir uns seit über 11 000 Jahren befinden. Die Hasel wanderte mit Hilfe der Menschen nach der letzten Kaltzeit, der Weichsel- Kaltzeit wieder aus Südwesteuropa ein. Sie bedeckte schließlich im Atlantikum, dem Klimaoptimum, genauer gesagt 7000 bis 6000 Jahren v. Chr. als dominierende Baumart weite Flächen. Das wurde von Dietmar Schmidt zum Anlass genommen aus dem Buch „Klimafakten Der Rückblick – ein Schlüssel für die Zukunft“, 4. vollständig überarbeitete Auflage, 2004, Hrsg. Ulrich Berner, Hansjörg Streif, zwei Passagen kurz vorzustellen und vorzulesen:
S.136: „Schlagartig ging 11560 Jahre vor heute die Kaltzeit zu Ende, das Holozän begann. Die durchschnittliche Jahrestemperatur stieg um mindestens 5-6 Grad und das innerhalb von fünf, höchstens fünfzehn Jahren, also rasend schnell!“
S. 138: „Die geschilderten Klimaschwankungen des Holozän, zu denen auch die historisch belegte Erwärmung während der Stauferzeit sowie die Abkühlung während der kleinen Eiszeit (14. bis 19. Jahrhundert) gehören, sind genauso dramatisch wie jene Klima- Änderungen, die im Verlauf der letzten 150 Jahre beobachtet wurden. Dessen ungeachtet werden die jüngsten Klimaänderungen in der öffentlichen Diskussion – oft ungeprüft – ausschließlich auf Einflüsse der Industrialisierung zurückgeführt.“
Danach ging die Truppe zum Geotop der geologischen Steinwand. Da die Zeit schon fortgeschritten war, gab es für Interessenten nur den farbigen Flyer zum Selbststudium. Der Park an den Zinger- Teichen bot dann schließlich die Chance zwei Laucharten, den Wunderlauch, den Bärlauch und den giftigen Gefleckten Ahornstab kennenzulernen. Gesammelt wurde von den Teilnehmern der Bärlauch. Interessenten konnten zwei Heftchen, eines zum Knoblauch und eines zum Bärlauch erstehen. Dort werden die medizinischen Wirkungen beider Kräuter erläutert, u.a. die entgiftende Chelator- Wirkung und wie die Einnahme gestaltet werden sollte, wenn man eine Entgiftung anstrebt.

Einige Teilnehmer trafen sich zum Abschluss noch am Cafe am Gewächshaus. Zum Schluss sangen Übriggebliebene gar das „politisch und moralisch unkorrekte“ Bolle reiste jüngst zu Pfingsten, eine Moritat auf den rüden Berliner, den es nicht mehr gibt.