
Am 22. April 2021, als Deutschland noch im zweiten Corona-Lockdown erstarrte, trafen sich mehrere mutige Musiker aus Pankow am Käthe-Kollwitz-Platz, um einen musikalischen Flashmob zu inszenieren. Dann flüchteten sie vor der Polizei auf den Helmholtzplatz und inszenierten dort das zur Hymne des Corona-Widerstands avancierte Lied Danser encore.
Unsere Sehnsucht
Im Refrain heißt es: „Wir wollen endlich wieder tanzen gehen, uns wieder in die Arme nehmen“. Wir glaubten nicht den Lügen der Politiker und der Medien, dass eine schlimme Seuche ausgerochen sei, die uns alle umbringen würde. Wir hatten die Statistiken studiert und wussten: da ist nichts. Wir hatten keine Angst vor dem Virus, wir hatten Angst vor dem totalitären Staat, der die Erfüllung unserer Grundbedürfnisse als Menschen unter Strafe stellte.
Unser Widerstand
Dieser Entmenschlichung wollten wir uns entgegenstellen mit zivilem Ungehorsam. Eine Protestform, die sich mit den Montagsspaziergängen in ganz Deutschland ausbreitete und teilweise noch bis heute anhält. Gerade die Musiker waren von den Maßnahmen besonders betroffen. Sie durften nicht mehr auftreten, die durften ihren Beruf nicht mehr ausüben, weil sich das Publikum nicht mehr in einem Raum versammeln durfte. Und so war es vielleicht ganz natürlich, dass sich Publikum und Musiker zusammentaten und ihr elementares Grundbedürfnis nach Kultur auslebten gegen staatlichen Zwang. Eine Demonstration für die Freiheit der Kunst in Zeiten staatlichen Terrors. Die Polizisten warteten damals vor dem Helmholtzplatz ab, bis der letzte Ton verklungen war, um die Versammlung aufzulösen. Aber da war dann nichts mehr aufzulösen.
Das Jahr 2021 war auch das Jahr, in der die Basisdemokratische Partei Deutschland von wenigen tausend bis zu über 30.000 Mitgliedern anwuchs und zum ersten Mal an einer Bundestagswahl teilnahm. Wegen der unverhältnismäßigen und verfassungswidrigen staatlichen Maßnahmen hatten sich viele Menschen in der Partei dieBasis zusammengeschlossen, um sich gegenseitig Halt zu geben in dieser hysterischen Zeit, in der die Kritiker der Corona-Maßnahmen von Politik und Medien übel beschimpft und verfolgt wurden.
Erinnerungskultur
Warum war die Veranstaltung zum 5. Jahrestag wichtig? Wir brauchen so etwas wie eine Erinnerungskultur. Wir gedenken der Befreiung vom Faschismus am 8. Mai 1945 oder der Attentäter des 20. Juli 1944. Wir erinnern uns an den 9. November 1989. Das sind Schlüsselereignisse der Geschichte. Aber wir haben eben auch unsere kleinen Schlüsselereignisse. Und am 22. April 2026 kamen viele wieder zusammen, um an die schwere Zeit zu erinnern und sich zu vergewissern, dass wir alle noch da sind, auch wenn wir uns heute nicht mehr so häufig sehen, weil uns das Leben vor neue Anforderungen stellt.
Gespielt wurde natürlich zu Beginn das Lied Danser Encore, das der französische Musiker Kaddour Hadadi, der sich nur HK nennt, komponiert hat. Er wurde mit dem Lied weltweit bekannt, weil er die Künstler dazu aufgefordert hatte, mit diesem Lied auf die Straße zu gehen. HK hat ein weiteres Freiheitslied komponiert, das auch gespielt wurde: toi et moi, ma liberté (Du und ich, meine Freiheit). Lüül sang sein Lied „Ich bin die freie Rede“ und richtete Grüße von Jens Fischer Rodrian aus, der auch in früheren Jahrestagen mitgespielt hatte. Von ihm spielte die Band: „Lad´ sie alle zu dir ein!“.
Impressionen
Mit ein paar Bildern vom Publikum und von der Band lässt sich vielleicht ein Eindruck verschaffen. Im Jahr 2026 zum fünften Mal. In diesem Jahr fand alles ohne polizeiliche Verfolgung und ohne das Gekreische des Antifa-Mobs statt. Das war in den Jahren 2022 und 2023 noch ganz anders.










